Jeden Donnerstag, wenn die neueste Ausgabe erscheint, ist sie die erste am Zeitungskiosk. Vor allem die Erotik-Tipps haben es ihr angetan. “Da kann ma halt no was lerna, aber da Rudi is halt immer so miad...”

Trudi ist Reinemachefrau in einem kleinen öffentlichen WC in der Innenstadt von Schnirpfling. Den ganzen lieben Tag putzt und schruppt sie, unterhält sich mit den Toilettierenden, und gibt ihnen gute Ratschläge mit auf den Weg. Diese gibt es reichlich in ihrer Lieblingszeitschrift “Waffen der Frau”.

Rudi ist konjunkturbedingt derzeit an sein Breitcordsofa gebunden. “Bei Hartz IV soll man sich nicht allzuviel bewegen, sonst bleibt man kleben”, lautet sein Motto. Schon am Morgen öffnet sich Rudi sein erstes Ploppbier und dann noch eins und noch eins...bis er vor der Glotze in einen seligen Schlummer entgleitet, der nicht selten bis zum Abend anhält.

Am liebsten schaut er sich diese Shopping-Sender an, die immer so wunderbare neue Dinge zeigen, die er sich eh nicht leisten kann. “Ja mei - schaun kost halt nix”.

Oder diesen Mediumkanal, mit diesem lustigen Schwaben, da schläft er am besten ein und ist immer unheimlich entspannt nach dem Aufwachen.

“Die senden da irgendwie Energie über die SAT-Schüssel, wenn i des richtig verstanden hab”.

“Momentan is wida ganz schlimm mit meim Rudi. Den ganzen Tag dösta vor sich hie und Abends wenn i dann dahoam bin, isa immer no miad”.

Rudi macht sich auch langsam Sorgen. Irgendwie hat er das Gefühl, daß jeder Muskel in seinem Körper mehr und mehr verkümmert.

”Naja - an Versuch is sicher wert.

Kann auf koan Fall schaden”.

Nach nur drei Tagen waren die Tierchen da. Ab damit in den Mixer, noch ein paar Zutaten wie Knoblauch, Gurken, Tomaten und Creme Fresh dazu - fertig ist der leckere Brotaufstrich.

“Des is wirklich a Trauerspiel, was sich in dera Unterhosn so duad.

Ets gibts koa zurück mehr und gegen a Brotzeit hat sich der Rudi noch nie gwehrt”.

Das Ergebnis läßt nicht lange auf sich warten.

Eiweiß und Proteine entfalten sich in jeder Pore von Rudi´s müdem Körper

und der Abend endet so, wie Trudi es sich schon lange gewünscht hat.

“So - des machma ets dreimal in der Wochn. Liebe geht halt doch durch den Magen und schmeckn duads meim Rudi a no”.

“Liebe Leidensgenossinen - wenns eich ähnlich geht wie mir, dann probierts es doch a mal aus. Mit a bisserl Gwürz und a paar Kräuter schmeckt des wirklich guat.”

“Aber schauts auf, daß eich koans von die Viecher aus kummt, die vermehrn sich nämlich wie da Deifl. Mei ganze Küchn is scho belagert”.


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