Illustration Marcus Trepesch

Hier wo der Himmel noch blau ist, die Tage gemütlich und die Nächte nicht nur zum Schlafen genutzt werden, beginnt für unseren Helden Anton ein neues großes Abenteuer, dass man Leben nennt.

Als Anton erwachte schien die Sonne durch das geöffnete Fenster. Noch etwas schlaftrunken entdeckte er eine kleine Gestalt, die auf dem Fensterbrett saß und vor sich hin summte.

Servus - ich bin der Bubi! Anton erkannte sofort, dass im Gegensatz zu den wilden Gesellen der letzten Nacht, von diesem hier keine Gefahr zu erwarten war.

Er lies sich neben ihm nieder und erzählte seinem Artgenossen, was sich in der vergangenen Nacht zugetragen hatte.

“Da musst du aber noch viel lernen, wenn du die nächsten Tage überleben willst” und Bubi wußte, von was er sprach.

Da gab es noch ganz andere Bedrohungen und gegen die, war eine Horde wildgewordener Mücken, ein Klacks.

Die beiden flogen los und Bubi lotste seinen neuen Freund direkt in die Wohnstube vom alten Plempl Wirt.

Hier lauerte bereits das Grauen in Gestalt des Windelscheißers Beppi, der mit einer Fliegenklatsche bewaffnet über den Küchenboden robbte.

Anton konnte noch nicht die Tragweite dessen erkennen, was er da sah.

Bubi´s bester Freund Flori, angelockt vom süßen Duft den Beppi´s Windel verströmte, war am Vortag unachtsam geworden.

Das Geräusch der Klatsche konnte er nicht mehr hören, als sein Licht für immer erlosch und er als klebriger Brei an der Wand landete.

Bubi saß lange Zeit regungslos vor Schreck an der Zimmerdecke und konnte nicht fassen, was da passiert war.

Dann fasste er sich ein Herz. Diese üble Tat durfte nicht ungesühnt bleiben und er wußte auch schon wie.

Er flog zu dem am Rückgebäude angrenzenden Misthaufen und begann handliche Kugeln aus Schweinemist zu formen.

Derart bestückt machte er sich auf in die Stube, wo der Übeltäter gerade in seinem Hochstuhl saß und in einem Schüsselchen Brei rührte.

Aus sicherer Entfernung sorgte Bomber Bubi dafür, dass der üble Schurke das bekam, was er verdiente.

Beppi schäumte vor Wut, konnte aber lediglich mit einem Löffel bewaffnet nichts gegen den fliegenden Vandalen ausrichten.

Das erste mal in seinem noch jungen Leben verspürte Anton ein Gefühl, das er später als Wut bezeichnete.

So beschloss er, sich mit seinem neuen Freund zu verbünden im Kampf gegen Gewalt und Willkür.

Den restlichen Tag bis spät in die Nacht verbrachten die beiden auf dem Misthaufen, um sich einen beachtlichen Vorrat an stinkenden  Kugeln zu drehen.

Während sie sich auf das Attentat vorbereiteten, klärte Bubi seinen Mitstreiter über die Tücken des Alltags auf.

So lernte Anton in einer geruchsintensiven Nacht alles wichtige für sein künftiges Leben.

Der Tag der Rache war gekommen. Als Beppi in seinen Hochstuhl gesetzt wurde und gerade anfing seinen Frühstücksbrei zu löffeln, begann die erste Angriffswelle.

Anton und Bubi kreisten über dem kleinen Windelscheißer und ließen ihre delikate Fracht direkt in dessen Fruchtbrei fallen.

Beppi löffelte gierig aus seiner Schüssel und merkte lange nicht, was da über ihm passierte.

Als er die fliegenden Plagegeister entdeckte, begann er wild mit seinem Löffel nach ihnen zu schlagen.

Die ließen sich nicht beirren und feuerten weiter mit Mistkugeln.

In Rage geraten, warf er schließlich den klebrigen Löffel nach den beiden. Dieser verfehlte knapp den Windelmann, der seit Beppi denken konnte, faul an der Wand rum hing.

Der Windelmann war von dieser Aktion gar nicht begeistert. Noch weniger, davon, dass sich die beiden Fliegen auf seinen Querausleger setzten und den wehrlosen Beppi mit üblen Grimassen verspotteten.

Der saß in seinem Hochstuhl und lief vor Wut knallrot an.

Anton wußte noch nicht, was sich da gerade in ihm abspielte, aber es fühlte sich verdammt gut an.

Beppi war nun zu allem entschlossen. Seine Breischüssel wurde zur Fruchtbombe und landete zielsicher an der gegenüber liegenden Wand.

Anton und Bubi konnten gerade noch ausweichen. Für den Windelmann allerdings, gab es auf Grund seiner unflexiblen Haltung kein Entkommen.

Die Schüssel traf ihn so unglücklich, dass er den Überblick verlor.

Als Oma Plempl die Stube betrat, bot sich ihr ein Bild der Verwüstung.

Diesmal war der Beppi zu weit gegangen. Diesen Frevel konnte ihm die gottesfürchtige resolute Kirchgängerin nicht durchgehen lassen.

Und so kam es, dass der Beppi lernte, dass ein Kochlöffel nicht nur zum Kochen da ist.

Anton und Bubi machten es sich auf der Fensterbank bequem und betrachteten stumm die aufgehende Sonne.

Worte waren jetzt überflüssig. Ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit machte sich tief in ihrem Inneren breit.

Bubi hatte einen Freund verloren, aber das Schicksal hatte ihm einen neuen Gefährten an die Seite gestellt und der Tag war noch jung...


Ich hoffe, auch das vierte Abenteuer von Anton hat euch gefallen.

Ihr könnt euch sicher nicht vorstellen, was den beiden noch alles bevorsteht. Aber vielleicht wollt ihr das ja gar nicht wissen. Oder etwa doch?

Na dann meldet euch, gerne werde ich euch weiter berichten...


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