Illustration Marcus Trepesch

Hier wo der Himmel noch blau ist, Mensch und Tier noch in Harmonie mit der Natur leben, beginnt für unseren Helden Anton ein neues großes Abenteuer, dass man Leben nennt.

Die Sonne stand schon hoch am Himmel als Anton erwachte. Die zwei Monde der letzten Nacht waren verschwunden und die Welt wieder zum Stehen gekommen.

Benommen von den Strapazen des letzten Tages, rappelte er sich auf, um neuen Abenteuern entgegen zu fliegen.

Anton lies sich auf dem Gartenzaun des Ortes nieder, den er am Vortag so beschwingt verlassen hatte und beobachtete das Treiben.

Nach einer Weile fiehl ihm ein Wesen auf, das unermüdlich damit beschäftigt war, neue Speisen und Getränke heran zu schaffen.

Anton wollte sich die Sache genauer ansehn und umkreiste die dralle Bedienung in ihrem feschen Dirndl mehrmals.

Sie roch nach fremden Speisen und einem lieblichen Duft, den er schon aus den Wäldern um seinen Geburtsort kannte.

Bis spät in die Nacht saß er auf seiner Latte und erfreute sich am Anblick dieses lieblichen Wesens, das alle nur Rosi riefen.

Die war seit Stunden damit beschäftigt, den Menschen eine Freude zu bereiten.

Irgendwie mußte Anton beim Anblick dieses Wesens an seine Mama denken. Rosi hatte auch zwei große Flügel, doch die trug sie vorne und sie benutzte sie nicht zum Fliegen.

Als die Sonne längst untergegangen und der letzte Gast verschwunden war, begab sich Rosi in ihre Dachkammer.

Anton folgte ihr, lies sich auf dem Fensterbrett zu ihrer Kammer nieder und beobachtete wie sie ihr Dirndl abstreifte.

Sie waren schon anders diese Menschen und dennoch fühlte Anton eine gewisse Vertrautheit.

Rosi lies sich seufzend auf das Bett fallen. Schon nach wenigen Augenblicken gab sie einen beruhigenden Brummton von sich und war eingeschlafen.

Anton drehte eine kleine Runde, landete zielsicher auf einer ihrer Pobacken und verfiel wie hypnotisiert  von dem lieblichen Geruch in einen tiefen Schlaf.

Der Schlaf sollte nicht lange anhalten. Anton wachte auf, als ein seltsam hohes Surren in der Luft lag.

Durch das offene Fenster schwirrten drei wilde Gesellen auf ihn zu und ließen sich auf der benachbarten Pobacke nieder.

Die drei sahen wirklich bedrohlich aus und stellten sich als Dragan, Milan und Zoran vor.

Ohne ihn weiter zu beachten, packten sie ihre Stechwerkzeuge aus und rammten sie der schlafenden Rosi in ihr Sitzpolster.

Diese zuckte kurz und entglitt dann wieder ins Land der Träume.

Die drei ließen sich nicht weiter stören und pumpten schmatzend den roten Saft aus Rosi´s Hinterteil.

Nach einer Weile gaben sie nacheinander einen kräftigen Rülpser von sich, flogen zum Blumenstock auf der Fensterbank und befreiten sich von den Überresten des üppigen Gelages.

”He du Penner - das ist unser Revier! Wenn wir das nächste mal kommen und du bist immer noch hier, gibt´s was auf den Rüssel.

Die drei Blutsauger schwirrten aus dem Fenster und ließen Anton verstört zurück.

Um einer weiteren Begegnung mit diesen unangenehmen Gesellen aus dem Weg zu gehn, begab sich Anton auf den Kleiderschrank neben Rosi´s Bett.

Hier glaubte er sicher zu sein und verbrachte eine unruhige Nacht.


Ich hoffe, auch das dritte Abenteuer von Anton hat euch gefallen.

Es gibt noch viele Geschichten über diesen Anton zu erzählen. Vielleicht setze ich mich ja hin, um weitere zu zeichnen.

Aber nur wenn ihr mich ganz lieb darum bittet.


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