Illustration Marcus Trepesch

Hier wo der Himmel noch blau, das Bier süffig und die Speisen einladend für Mensch und Tier serviert werden, beginnt für unseren Helden Anton ein neues große Abenteuer, dass man Leben nennt.

Es war einmal ein Biergarten am Rande eines kleinen beschaulichen Ortes namens Schnirpfling.

Angelockt von fremden Geräuschen und Gerüchen landete Anton auf einem Gartenzaun und studierte von hier aus die völlig neue und faszinierende Welt.

Vor ihm saßen seltsam gekleidete Wesen auf hölzernen Bänken. Die einen lärmend, andere stoisch dreinblickend, aßen und tranken Dinge, die er nie zuvor gesehen hatte.

Anton drehte eine kleine Runde, landete zielsicher auf einem halben Radieschen, fuhr seinen Rüssel aus und saugte sich die Backen voll.

Er wollte gerade erneut ansetzen, da fegte ihn eine klobige Hand unsanft vom Teller.

Jetzt wollte er es genauer wissen. Zieleinrichtung auf dieses goldige Etwas und ab durch die Mitte.

Das Gefäß funkelte in der Sonne und verströmte einen verlockenden Duft.

Doch der Wächter des flüssigen Goldes war wachsam und wehrte Antons Landemanöver ständig ab.

Anton gab auf und nahm nun den Krug eines schon etwas angegrauten Hutträgers ins Visier. Der schien ihm weniger wendig zu sein.

Er landete punktgenau auf dem Rand des vollen Maßkruges. 

Schon ahnend, das dies dem Graupelz auch nicht gefallen würde, beugte er sich nach vorne und ließ sein Saugwerkzeug ins kühle Nass plumpsen.

Jetzt war Eile geboten. Den Sauger auf volle Leistung und die Tanks fluten.

Und da passiere es. In all der Hektik verlor Anton den Halt und rutschte kopfüber in den Bierkrug.

Fliegen hatte ihm seine Mutter gelernt, Schwimmen stand aber nicht auf dem Stundenplan.

Gustav dem Grauen dehnte sich jetzt die Hutschnur.

”Zefix - Drecksfliagn elendige! Erst mit deine dreckatn Haxn auf meim Kriagl umanander schleicha, dann mei Bier wegsaufa und ets no an Badetag eilegn.”

”Saufliagn grauslige, wahrscheinlich schbeibst ma ets no in mei Bier nei”

All das hörte Anton nicht mehr. Den nahen Tod vor Augen, ergab er sich dem kühlen Nass, öffnete den Mund und lies sich willenlos treiben.

Dem alten Gustl wollte das aber gar nicht gefallen. Er fischte mit seinen Wurstfingern solange im Glas herum, bis er die Fliege zu fassen bekam und schleuderte sie quer durch den Garten.

Anton knallte gegen einen dicken Ast und landete dann unsanft im Dickicht einer Hecke.

Die Welt um ihn herum begann sich zu drehen und vor seinen Augen erschien ihm der Biergarten in doppelter Ausführung.

Er dachte an ein Schleudertrauma. Erst später erfuhr er, dass dies sein erster Vollrausch war.

Anton entglitt in eine wirre Traumwelt und erwachte erst wieder, als ein bedrohliches Plätschern direkt neben ihm einsetzte.

Da stand er nun, sein Retter von eben, mit offenem Hosenlatz. Scheinbar wollte der Alte nochmal einen ausgeben.

Schon verrückt diese Menschen, dachte Anton. Erst wollen sie auf keinen Fall teilen, schlagen dich sogar nieder und versuchen dich dann zu ertränken.

Er konnte dem tosenden Nass nicht mehr ausweichen und taumelte abermals ins Land der Träume.

Als Anton erwachte, verschwand die Sonne gerade am Horizont.

Es fiel ihm schwer, überhaupt einen Gedanken zu fassen.

Er wollte einfach weg von hier. Im Trudelflug erreichte er eine angrenzende Wiese.

Hier verbrachte er die erste Nacht in der für ihn neuen Welt, die sich ständig drehte und zwei Monde am Himmel hatte.


Ich hoffe, das zweite Abenteuer von Anton hat euch gefallen.

Wenn ja, dann schaut euch die dritte Geschichte an. Wenn nein, dann könnte euch die nächste Geschichte gefallen, oder nicht.

Wie auch immer!


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