Illustration Marcus Trepesch

Hier wo der Himmel noch blau und die Wiesen noch saftig sind, begann für unseren Helden Anton das große Abenteuer, dass man Leben nennt.

Es war einmal ein vergessenes Plumpsklo am Rande eines Wanderweges in der Gegend um Schnirpfling.

Mutter Ragenhilde hatte es nicht leicht, als alleinerziehende Mutter von 600 Kindern.

Bei den kargen Hinterlassenschaften, der sich selten hier her verirrenden Wanderer, war das Leben bestimmt von Entbehrungen.

Nur ein paar benachbarte Feldhasen sorgten dafür, das die Familie nicht verhungerte.

Der mutmaßliche Vater Ramos, eine spanische Fliege, hatte kurz nachdem er Ragenhilde beflügelte, mit einer langbeinigen Schmeißfliege das Weite gesucht.

Die beiden sollen, so erzählt man sich, ihr Leben beim Liebesakt unter einer Autobahnbrücke an der Scheibe eines Silikontransporters verloren haben.

So hatten Anton und seine Geschwister ihren Vater nie kennengelernt.

Anton hatte schon sehr früh begonnen kleine Rundflüge über dem heimischen Nest zu unternehmen, bei denen er sich täglich weiter entfernte und oftmals den von Mutter Ragenhilde angeordneten Mittagsschlaf verpasste.

An einem dieser Tage passierte es dann.

Die Fliegenfamilie hatte sich gerade zur Mittagsruhe begeben, als ein beleibter Fabrikant aus NRW, der sich zur Sommerfrische in Bayern aufhielt, anläßlich eines Verdauungsspazierganges das stille Örtchen heimsuchte.

Nun ging alles ganz schnell.

Das üppige Mittagsmahl, Schweinswürstel mit Sauerkraut, verließen den Wandersgesellen mit lautem Getöse.

Für die ruhenden Fliegen blieb keine Zeit zu reagieren. Da der einzige Fluchtweg verschlossen war, nahm das Schicksal seinen Lauf und begrub die gesamte Familie mit den Resten einer deftigen Mahlzeit. 

Als Anton von seinem mittäglichen Ausflug zurück kehrte, lag eine seltsame Ruhe über dem stillen Örtchen.

Noch lange saß er am Rande des Klo´s, eher er das ganze traurige Ausmaß der Tragödie fassen konnte.

Bei all den Entbehrungen der letzten Wochen, war seine Familie nun am Überfluss zugrunde gegangen.

Es war einmal ein vergessenes Plumpsklo am Rande eines Wanderweges in der Gegend um Schnirpfling.

Nun war Anton völlig auf sich allein gestellt.

Er straffte die Flügel, warf noch mal einen Blick zurück und flog dann los, um all diesem Scheiß zu entfliehen...


Ich hoffe, das erste Abenteuer von Anton der Fliege hat euch gefallen.

Wenn ja, dann schaut euch auch die zweite Geschichte mit unserer bayerischen Summse an.

Schreibt uns doch einfach in unser Gästebuch was ihr davon haltet.


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